Mitwirkungsverfahren Nr. 20: Arealentwicklung Felix-Platter-Spital

Die Regierungen von Basel-Stadt und Basel-Land verzichteten im April 2012 auf ein gemeinsames Zentrum für Akutgeriatrie und Rehabilitation auf dem Bruderholz. Das bedeutet, dass der Verwaltungsrat des Felix-Platter-Spitals nun seinerseits die Planung und Realisierung eines Neubauprojekts auf dem Spitalareal in Angriff nehmen muss. Da dass Areal des Felix-Platter-Spitals mit einer Grösse von rund 5.3 ha mittelfristig nur noch teilweise für die Spitalnutzung benötigt wird, plant der Regierungsrat auf dem Areal auch Wohnnutzungen bereitzustellen.

Informationen zum Projekt

Die Absicht, das Areal  in Abstimmung mit den künftigen Flächenbedürfnissen des Spitals für eine Wohnnutzung bereitzustellen ist im kantonalen Richtplan festgehalten. Die beiden Teilareale (Spital- und Wohnnutzung) werden in Abstimmung miteinander entwickelt. Ziel muss eine optimierte Arealnutzung sein, die sowohl für das zukünftige Spital als auch für einen qualitativ hochwertigen Wohnungsbau Raum bietet.

 

Spitalneubau

Für den Spitalneubau fand ein zweistufiges anonymes Wettbewerbsverfahren statt. Am 17.12.2014 stand das Projekt „HandinHand“ als Gewinner fest. Im Frühling 2015 wird das Baugesuch eingeleitet und entsprechend publiziert. Mit Beginn der Bauarbeiten wird per Anfang Juli 2015 gerechnet. Die Bauzeit dauert bis Ende 2017

 

Arealentwicklung: Vom Spitalgelände zum „Westfeld“

Auf dem 35’000 Quadratmeter grossen Spitalareal entsteht ab Mitte 2019 ein neues, lebendiges Quartier im Quartier mit 500 Genossenschaftswohnungen sowie Flächen für Gewerbe- und Quartiernutzungen. Im März 2015 genehmigte der Regierungsrat die Arealstrategie. Er gab das Areal im Baurecht an Genossenschaften ab.  Der Regierungsrat verzichtete auf den Erhalt der auf dem Areal stehenden Gebäude und hatte den Unterschutzstellungsvertrag für das Hauptgebäude des heutigen Felix Platter-Spitals und die beiden Schwesternhäuser abgelehnt.

Am 31. März 2015 hatte der Regierungsrat die Strategie zur Entwicklung des Areals „Felix Platter“ verabschiedet. Diese sieht vor, dass der nicht für das neue Spital benötigte Teil des Gevierts Luzernerring, Burgfelderstrasse, Ensisheimerstrasse, Hegenheimerstrasse Genossenschaften zur wohnbaulichen Entwicklung zur Verfügung gestellt wird. Die Zonenänderung und der Bebauungsplan legen die planungsrechtlichen Grundlagen für diese Entwicklung. Vom 23.11.2015 bis am 22.12.2015 lagen der Zonenänderungs- und der Bebauungsplan öffentlich auf.

So hat der Grosse Rat des Kantons Basel-Stadt im Oktober 2016 die Umzonung und den Bebauungsplan erster Stufe für das Felix Platter-Areal mit nur einer einzigen Gegenstimme gutgeheissen. Ende 2016 genehmigte der Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt die Absichtserklärung zwischen der Einwohnergemeinde der Stadt Basel, vertreten durch Immobilien Basel-Stadt, und der Baugenossenschaft wohnen&mehr. Die Baugenossenschaft wohnen&mehr entwickelt nun das Areal zusammen mit beteiligten Wohngenossenschaften, Quartierakteuren und involvierten Behörden.

Mitte Januar 2017 schrieb die Baugenossenschaft wohnen&mehr einen Studienauftrag für die städtebauliche Planung des Felix Platter-Areals aus. Aus den insgesamt 61 Bewerbungen wählte die Jury unter dem Vorsitz von Kantonsbaumeister Beat Aeberhard sieben Teams. Die Aufgabe der teilnehmenden Teams war es, im Dialog mit der Jury Lösungsvorschläge für das 35’000 Quadratmeter grosse Areal zu erarbeiten. Neben der städtebaulichen Setzung und der Aussenraumgestaltung galt es, zwei exemplarische Gebäude zu konzipieren, eines davon für die Genossenschaft LeNa. Das Beurteilungsgremium, in dem das Stadtteilsekretariat als Quartiervertretung Juryeinsitz hatte, wählte im August 2017 das Projekt des Teams Enzmann Fischer Partner AG / Lorenz Eugster Landschaftsarchitektur und Städtebau GmbH aus Zürich als Siegerprojekt zur weiteren Bearbeitung aus. Das Siegerprojekt sieht um einen grossen Hof elf zusammenhängende Häuser vor. Insgesamt entstehen in den Neubauten in zwei Bauetappen rund 370 Wohnungen, im umgenutzten Spitalgebäude rund 130. Vorgesehen ist ein breiter Mix an Wohnungsgrössen und Wohnformen, mit einem besonderen Augenmerk auf familien- und altersgerechtem Wohnraum. Für die Bau- und Wohngenossenschaft Lebenswerte Nachbarschaft LeNa ist ein eigenes Gebäude auf dem Areal vorgesehen. In diesem plant LeNa nach den Prinzipien von Neustart Schweiz ein innovatives Wohnmodell mit einem hohen Anteil an Gemeinschaftsnutzungen. Das Wohnen wird auf Erdgeschossebene durch Kleingewerbe, Dienstleister und Zentrumsfunktionen für das Quartier ergänzt. Insgesamt stehen dafür an der Burgfelderstrasse, entlang der Arealquerung und im umgenutzten Spitalgebäude rund 10’000 Quadratmeter Fläche zur Verfügung. Das bestehende Spitalgebäude bleibt als markanter Orientierungspunkt für das Hegenheimerquartier erhalten und wird in ein Wohnhaus transformiert. Das Wohnheim für Flüchtlinge an der Hegenheimerstrasse wird durch die Sozialhilfe Basel-Stadt mehrere Jahre weiter genutzt. Anschliessend wird es abgebrochen. Das zweite Personalhaus wird entgegen anfänglicher Ideen nicht nachgenutzt. Stattdessen konzentriert sich wohnen&mehr darauf, in der zweiten Bauetappe zusammen mit Partnern langfristig Wohnraum für Studierende schaffen zu können. Der Wohnhof und die grosszügige, öffentliche Freifläche sind die markantesten Merkmale des Westfelds. Der Wohnhof steht als Sinnbild für das gemeinschaftliche Wohnen. Anders als bei einer typischen Basler Blockrandbebauung ist der Innenhof nicht parzelliert und damit privatisiert, sondern nachbarschaftlicher Ort der Begegnung. Der Blockrand unterteilt sich in elf Häuser mit unterschiedlichem Gepräge, durch Gestaltungsregeln aufeinander abgestimmt. > Übersichtsplan

Aus dem alten Spitalgebäude wird neu ein Wohnhaus

Das ehemalige Spitalgebäude wird in ein Wohngebäude mit 130 Wohnungen umgenutzt. Das Sockelgeschoss bietet Raum für Quartier- und Freizeitnutzungen, Gewerbe und Dienstleister. Das Hauptgebäude hat ein eigenes Wettbewerbsverfahren, in welchem das Stadtteilsekretariat stimmberechtigt in der Jury vertreten ist. Im September 2017 lancierte wohnen&mehr einen Studienauftrag mit dem Ziel, das geeignetste Projekt für die Umnutzung zu finden. Ende Oktober wählte das Beurteilungsgremium sechs Planerteams, dies auf der Basis der eingegebenen Referenzen, der fachlichen Qualifikationen und der Herangehensweise an die gestellte Aufgabe. Die Teams werden bis im März 2018 Vorschläge zur Umsetzung der im Spitalgebäude geplanten Nutzungen ausarbeiten. Im April/Mai 2018 werden die Resultate des Studienauftrags veröffentlicht.

Mitwirkung

Antrag auf Mitwirkung

Das Stadtteilsekretariat Basel-West hat am 24.05.2012 einen Antrag auf Mitwirkung gestellt. Die Auslegeordnung fand am 29.11.2012 statt. Hier wurde festgehalten, dass sich ein Mitwirkungsverfahren der Quartierbevölkerung nur auf die Arealentwicklung bezieht. Beim Spital-Neubau besteht keine Mitwirkungsmöglichkeit.

Impuls- und Begleitgruppe

Seit September 2011 hat das Stadtteilsekretariat Anliegen zur Arealentwicklung gesammelt. Erste Anliegen aus dem Quartier, resp. aus städtebaulicher und sozialer Sicht zur Arealentwicklung können sie dem Dokument im Anhang entnehmen.

Erster Ideenworkshop vom 13.05.2014

Im Rahmen eines ersten Ideenworkshops wurden von verschiedenen Quartierorganisationen (wie zum Beispiel der NQV Kannenfeld; JuAr Bachgraben oder Ökostadt) erste Ideen und Anliegen an die Arealentwicklung formuliert.

Bevölkerungsbefragung

Nebst den organisierten Interessengruppierungen soll auch den nicht organisierten AnwohnerInnen, die Möglichkeit gegeben werden, ihre Anforderungen/Ideen an das Areal zu platzieren. Zu diesem Zweck wurden im Mai und Juni 2015 im Kannenfeldpark und an der Burgfelderstrasse Bevölkerungsbefragungen durchgeführt. Auch eine elektronische Umfrage wurde eingerichtet. Die Ergebnisse der Bevölkerungsbefragung können Sie dem Dokument im Anhang entnehmen.

Öffentliche Informationsveranstaltung am 2. Juni 2015

Am 2. Juni 2015 fand eine grosse öffentliche Informationsveranstaltung zur Arealentwicklung Felix-Platter statt, an der rund 120 Personen teilnahmen. Die Verwaltung berichtete über den Stand der Entwicklungen und das Stadtteilsekretariat informierte über die Ergebnisse der Bevölkerungsbefragung. Das Protokoll zur Veranstaltung finden Sie im Anhang.

Öffentliche Informationsveranstaltung am 19. November 2015

Am 19. November 2015 fand die zweite grosse öffentliche Informationsveranstaltung zur Arealentwicklung Felix-Platter statt. Die Verwaltung berichtete, welche Quartieranliegen weshalb (nicht) aufgenommen wurden und wie das Verfahren weiter läuft. Das vier Powerpointpräsentationen zur Veranstaltung finden Sie im Anhang.

Vertiefung von Mitwirkungsthemen im 2016

Die Baugenossenschaft „Wohnen und mehr“ hat den Zuschlag für das Areal erhalten. Auf Basis unserer Mitwirkungsergebnisse wurde im Juni  und im September 2016 mit den verschiedenen Quartierakteuren ein Anlass zur Vertiefung der Mitwirkungsthemen durchgeführt. Ziel war, die Ergebnisse in den städtebaulichen Wettbewerb „einzuspeisen“.

Öffentliche Informationsveranstaltung am 24. Januar 2017

Anlässlich eines Quartier-Infoanlasses informierten wohnen und mehr über den Stand der Entwicklung und die nächsten Schritte auf dem Felix Platter-Areal.

 

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