Mitwirkungsverfahren Nr. 22: Arealentwicklung Volta Nord

Das Areal Volta Nord erstreckt sich nördlich des Bahnhofs St. Johann und befindet sich im Besitz von SBB, Coop, Brenntag, dem Kanton und der Stiftung Habitat. Die Eigentümer betreuen das Projekt der künftigen Arealentwicklung gemeinsam.

Informationen zum Projekt

Testplanung

Der Kanton Basel-Stadt und die betroffenen Grundeigentümer haben zuerst eine Testplanung durchgeführt und die Ergebnisse sukzessiv weiterentwickelt. Die Grundzüge der Planung wurden 2013 / 2014 im Rahmen von mehreren Workshops mit einer Begleitgruppe bestehend aus der Quartierbevölkerung, Verbänden und dem Gewerbe diskutiert. Im Februar 2014 wurde die Testplanungs- und Synthesephase für das Lysbüchel abgeschlossen.

Bebauungsplan

Aufbauend auf den Ergebnissen der Testplanung hat die Verwaltung einen Bebauungsplan erarbeitet. Der Bebauungsplan sieht im Norden einen verdichteten Arbeitsschwerpunkt und im Süden eine Fortsetzung der Mischnutzung des Quartiers St. Johann mit Schwerpunkt Wohnen vor. Der nördliche Bereich des Areals verbleibt dementsprechend in der Industrie- und Gewerbezone (Zone 7) und soll Platz für emissionsintensives Gewerbe und weitere gewerbliche Nutzungen bieten. Weitere Arbeitsnutzungen sind im bestehenden Gebäude auf Baufeld 5 sowie auf Baufeld 3 vorgesehen. Im Süden erstellt der Kanton und die Stiftung Habitat neuen Wohnraum. An der Elsässerstrasse soll ausserdem eine für das Quartier St. Johann dringend benötigte Primarschule realisiert werden. Die Planung ermöglicht insgesamt 2‘000 bis 3‘400 Arbeitsplätze (heute 700 bis 800) sowie neuen Wohnraum für 1‘300 bis 2‘000 zusätzliche EinwohnerInnen. Die neuen Nutzer des Areals sollen von qualitätsvollen Freiräumen profitieren. Vorgesehen sind ein kompakter, begrünter Platz an der Schnittstelle zum bestehenden Quartier sowie eine vielfältig nutzbare Erholungsfläche im Westen, welche mit einer Naturschutzzone entlang der Bahngleise verzahnt sein soll. Das Erschliessungskonzept bietet direkte, attraktive Verbindungen für den Fuss- und Veloverkehr. Die Erschliessung für den motorisierten Individualverkehr und den Schwerverkehr erfolgt von Norden und Osten, es besteht kein Durchgangsverkehr. Der Bebauungsplan lag vom 29.7. – 30.8.2016 öffentlich auf: Auflagegegenstand (PDF, 7.6 MB) und Orientierender Inhalt (PDF, 4.6 MB). Es wurden mehrere Einsprachen gegen den Bebauungsplan eingereicht, die von der Verwaltung bearbeitet wurden. Der Bebauungsplan wurde am 20. Juni 2017 vom Regierungsrat beschlossen. Der Grosse Rat hat am 16. Mai 2018 dem Bebauungsplan deutlich zugestimmt. Ferner entschied der Grosse Rat am 16.5, dass die Primarschule Lysbüchel künftig auf dem Lysbüchelareal in ein altes Lagerhaus an der Elsässerstrasse eingebaut wird. Der Gewerbeverband hat Ende Juni 2018 das Referendum gegen den Bebauungsplan eingereicht. Das Volk hat in der Abstimmung vom 25. November 2018 den Bebauungsplan angenommen. Im Bebauungsplan VoltaNord werden die übergeordneten Rahmenbedingungen für die weitere Planung festgelegt.

Nach der Annahme des Bebauungsplan beginnt nun im 2. Quartal 2019 ein Studienauftragsverfahren mit 5-8 Teams. In der nächsten Phase sollen Bebauungskonzepte für die Baufelder 2,4 und 5 sowie die Freiraumkonzepte erarbeitet. Ziel des Studienauftragsverfahren ist ein zweiter Bebauungsplan (oder ggf. mehrere Bebauungspläne). Für die Gestaltung der Grün- und Freiräume wird ein Varianzverfahren Grundlagen für ein Vorprojekt geben.

Projektdauer

  • 2012: Testplanung
  • 2016: öffentliche Planauflage Bebauungsplan VoltaNord
  • 2018: Grossratsbeschluss Bebauungsplan VoltaNord
  • 2018: Volksabstimmung zum Bebauungsplan am 25.11.2108
  • ab 2018: Umnutzung der Liegenschaften Elsässerstrasse 215 und 209 auf Baufeldern 3 und 5
  • ab 2018: Realisierung einer verdichteten, gewerblichen Nutzung auf Baufeld 1
  • ab 2019 / 2020: Realisierung Neubauten auf Baufeldern 4 und 5 sowie auf der Parzelle der Stiftung Habitat
  • ab 2022: Realisierung Neubauten auf Baufeld 2

Mitwirkung

Antrag §55

Das Stadtteilsekretariat hat am 24.5.2011 einen Antrag auf Mitwirkung eingereicht. Die Auslegeordnung fand am 5.11.2012 statt. An der Auslegeordnung wurde festgehalten, dass in einer ersten Phase der Kanton ein Dialogverfahren mit Gewerbetreibenden und Quartiervertretern durchführt. Die Ergebnisse des Dialogverfahrens sollen in den Bebauungsplan einfliessen.

Dialogverfahren

Stellvertretend für die Eigentümer führte der Kanton 2013 mit betroffenen Vereinen und Gewerbebetrieben ein Dialogverfahren. Das Stadtteilsekretariat und seine Mitglieder Kulturstadt jetzt, Mobile Jugendarbeit Basel, NQV St. Johann; Pro St. Johann, QTP LoLa, Stellwerk und SP Basel-West waren als Quartiervertretungen dabei. Am 4.7.2013 hat die Verwaltung die Beteiligten über den Projektstand und die angedachten Bebauungen informiert. Das Stadtteilsekretariat hat darauf Meinungen und Anliegen zu diesen Ideen gesammelt. Diese Anliegen haben wir am 22.8.2013 bei der zweiten Veranstaltung des Dialogverfahrens, dem Workshop, deponiert. Am 24.2.2014 erfuhren die Beteiligten an einer Schlussveranstaltung welche der Anliegen und Ideen aufgenommen wurden.

Informationsanlässe

Das Stadtteilsekretariat hat zusammen mit Pro St. Johann im Oktober 2012 einen Vernetzungsanlass zum Thema Arealentwicklung Volta Nord durchgeführt (Lesen Sie dazu unsere Medienmitteilung).

Am 24.9.2014 organisierte das Stadtteilsekretariat Basel-West zusammen mit dem Quartiertreffpunkt LoLa und der Theaterfalle einen spannenden Rundgang über das Areal Lysbüchel, an dem über 70 Personen teilnahmen. Mehr Informationen dazu unter: Rundgang Theaterfalle

Im Juli 2015 organisierten bürgerliche Parteien zusammen mit der IG Lysbüchel  den Anlass „Jo zem Lysbüchelareal“. Im Gegensatz zum Kanton setzen sie sich dafür ein, dass das Gewerbeareal als solches erhalten wird.

Eine öffentliche Informationsveranstaltung der Verwaltung fand im Juni 2016 – kurz vor der öffentlichen Auflage des Bebauungsplans 2016 statt. Vertreter der Verwaltung erläuterten den Inhalt des Bebauungsplan und beantworteten Fragen aus dem Publikum. Ebenfalls erläutert wurde, dass die Verwaltung auf dem Areal Volta Nord plant, einen neuen Primarschulstandort „Lysbüchel“ zu errichten.

Abstimmung

Der Gewerbeverband hat Ende Juni 2018 das Referendum gegen den Bebauungsplan eingereicht. Die Abstimmung fand im November 2018 statt, wobei die Stimmbevölkerung das Referendum mit rund 60% ablehnte und damit dem vorliegenden Bebauungsplan zustimmte.

Auslegeordnung für das weitere Mitwirkungsverfahren

Im Juni und August 2018 trafen sich Vertreter des Stadtteilsekretariats Basel-West mit den Projektverantwortlichen um in einer Auslegeordnung das weitere Mitwirkungsverfahren für die Arealentwicklung aufzugleisen. Vorgesehen ist in den folgenden Planungsphasen nach der Abstimmung eine proaktive Beteiligung der Bevölkerung.

Startworkshop für die weiteren Planungsschritte

Nach der Verabschiedung des Bebauungsplans durch die Stimmbevölkerung trafen sich im April 2019 Vertreterinnen und Vertreter der Quartierbevölkerung gemeinsam mit dem Bau- und Verkehrsdepartement und dem Stadtteilsekretariat Basel-West zu einem Startworkshop für die weiteren Planungsschritte. Ziel des Workshops war es, im Hinblick auf die nächsten Projektphasen Anliegen aus dem Quartier zu sammeln und zu dokumentieren. Die Anwesenden diskutierten in Kleingruppen darüber, welche Bedürfnisse die weitere Planung in den Bereichen „Begrünung und Grünraum“, „Gestaltung des Quartierplatzes“, „Infrastruktur“, „Wohnen und Leben“, „Schule“, „Arbeiten“, „Strassenraum und Verkehr“ sowie „Information und Mitwirkung“ besonders zu berücksichtigen hätte. Das Protokoll des Workshops steht unten als Download zur Verfügung.

Weiteres Vorgehen

Seitens des Kantons wird im zweiten Quartal 2019 ein Studienauftragsverfahren lanciert, in dessen Rahmen 5 bis 7 Planerteams Bebauungskonzepte für die Baufelder 2, 4 und 5 sowie Freiraumkonzepte erarbeiten. Die Ergebnisse des Startworkshops mit der Quartierbevölkerung werden in dieses Studienauftragsverfahren einfliessen. Ziel ist ein zweiter Bebauungsplan (resp. mehrere Bebauungspläne), welcher von einer Wettbewerbsjury bis im Jahr 2020 ausgewählt wird. In der Jury vertreten, wenn auch ohne Stimmrecht, sind mit Simon Marti und Benjamin Plüss auch zwei Quartiervertreter.

Begleitend dazu lanciert das Stadtteilsekretariat im Sommer 2019 das Projekt „Dein Quartier als Spielbrett“, welches mit einem methodisch ergänzenden Ansatz weitere Anliegen der Bewohnerinnen und Bewohner zur Quartierentwicklung aufnehmen wird. Weitere Details zum Projekt „Dein Quartier als Spielbrett“ gibt es hier.