Neubau Naturhistorisches Museum Basel und Staatsarchiv Basel-Stadt

Aktuell

Nach der grossen Zustimmung der Basler Stimmbevölkerung  zum gemeinsamen Neubau für das Naturhistorische Museum und das Staatsarchiv im Mai 2019 wurde die Projektierung wieder aufgenommen und das Projekt vertieft und weiterentwickelt. Die Publikation des Baugesuchs ist im April 2020 erfolgt. Daraufhin haben die Umweltverbände WWF und pro natura Einsprache gegen das Bauprojekt erhoben. Hauptkritikpunkt sind die vorgesehenen ökologischen Ersatzflächen. Die beiden Verbände betonen jedoch, dass es nicht ihr Ziel sei, das Bauprojekt zu verhindern.

Die Projektpartner haben den Dialog mit den Umweltverbänden aufgenommen um eine konsensuale Lösung zu finden, , damit der Baubeginn wie vorgesehen nach Vorliegen der Baubewilligung im Frühling 2021 erfolgen kann.

Von September bis Mitte Oktober sollen nun die Arbeiten zur Bauflächenvorbereitung auf der Parzelle durchgeführt werden. Diese Vorbereitungsarbeiten beinhalten den Abtrag der obersten Bodenschichten und das Stellen eines Faunazauns. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass bodengebundene Kleintiere von einem allfälligen Baustart im Frühling überrascht werden. Die einsprechenden Verbände sind mit der Durchführung dieser Arbeiten einverstanden.

Das Hochbauamt wird voraussichtlich im November 2020 gemeinsam mit dem Stadtteilsekretariat Basel-West und dem NQV St. Johann die Quartierbevölkerung zu einem Infoanlass mit den Projektbeteiligten über den aktuellen Stand der Planung einladen. Weitere Informationen dazu folgen bald an dieser Stelle.

Sollten Sie vorher drängende Fragen haben, wenden Sie sich bitte an die Projektleitung im Hochbauamt Basel-Stadt:

Markus Werner, markus.werner2@bs.ch, 061 267 41 82
Stephanie Laufs, stephanie.laufs@bs.ch, 061 267 41 91

Informationen zum Projekt

Den internationalen Projektwettbewerb für den Neubau des Naturhistorischen Museums des Staatsarchivs an der Entenweidstrasse konnten 2015 die Zürcher Architekten EM2N mit ihrem Generalplanerteam für sich entscheiden. Ihr Projekt „ZASAMANE“ schafft mit einer grosszügigen, zentralen Eingangshalle einen urbanen Ort, welcher zum Austausch zwischen Archiv, Museum und Quartier einlädt und auch unabhängig von den Institutionen öffentlich genutzt werden könnte. Zudem vermögen das verglaste Dachgeschoss des Staatsarchivs und die Turmkrone mit einem Veranstaltungsraum stadträumliche Signalwirkung zu erzeugen. Rund 19‘700 m2 Hauptnutzfläche umfasst das Raumprogramm des gemeinsamen Neubaus, wobei rund 11‘700 m2 HNF auf das Naturhistorische Museum, rund 6‘800 m2 auf das Staatsarchiv und rund 1‘200 m2 auf gemeinsame Bereiche entfallen.

Die Realisierung ist für 2021-2026 geplant. Nach einer einjährigen Umzugs- und Einrichtungsphase für das Staatsarchiv bzw. einer zweijährigen für das Naturhistorische Museum Basel wird das neue öffentliche Kulturgebäude ab 2027/28 neue Impulse im aufstrebenden Stadtquartier St. Johann setzen.

Mitwirkung

Da das Projekt die Parzelle vollständig ausnutzt und keine neuen Aussenflächen gestaltet werden können, hat der Vorstand des Stadtteilsekretariats Basel-West nach Absprache mit der Projektleitung vorerst keine Mitwirkung gemäss §55 beantragt. Es wurde aber vereinbart, gemeinsam die Bevölkerung an öffentlichen Informationsveranstaltungen über das Projekt und das Bauvorhaben regelmässig und gut zu informieren.

Die nächste öffentliche Informationsveranstaltung war geplant am 6. April im Stellwerk. Aufgrund des Coronavirus musste dieser Anlass leider verschoben werden. Die Projektbeteiligten werden den aktuellen Stand der Planung an einer öffentlichen Veranstaltung vorstellen, sobald dies wieder möglich ist.

Hintergrund

Das Naturhistorische Museum Basel und das Staatsarchiv Basel-Stadt sind zwei traditionsreiche Basler Institutionen. Sie haben den Auftrag, wertvolles Kulturgut zu bewahren, zu pflegen und der breiten Öffentlichkeit und der Forschung zugänglich zu machen. Beide Institutionen sind in stark sanierungsbedürftigen Altstadtliegenschaften und in mehreren provisorischen externen Lagern untergebracht. Sie benötigen dringend neue Räumlichkeiten, um ihre einzigartigen Bestände langfristig zu schützen.

Das derzeit im Berri-Bau an der Augustinergasse beheimatete Naturhistorische Museum beherbergt rund 11.8 Millionen Objekte, die von Forscherinnen und Forschern aus aller Welt gebraucht werden. Mit über 120’000 Besuchenden pro Jahr, darunter rund 1400 Schulklassen, ist es eines der meistbesuchten Museen Basels.

Das Staatsarchiv ist mit über 20 Laufkilometern Akten und bis zu 20’000 Benutzungen pro Jahr das historische Gedächtnis des Kantons. Als Schnittstelle zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind im Staatsarchiv Originalquellen aus rund 1000 Jahren Basler Geschichte öffentlich zugänglich.

Im Juni 2013 beschloss der Grosse Rat, die Platznot und die konservatorischen Probleme der beiden Institutionen mit einem gemeinsamen Neubau beim Bahnhof St. Johann zu beheben. In einem internationalen Projektwettbewerb wurde 2015 der Entwurf von EM2N-Architekten aus Zürich als Siegerprojekt gekürt.

2019 bewilligte der Grosse Rat die Ausführungsmittel, worauf unter Federführung der SVP das Referendum ergriffen wurde.

In der Volksabstimmung vom 19. Mai 2019 unterstützte die Basler Stimmbevölkerung mit einer Mehrheit von 60.3% der Stimmen den Beschluss des Parlaments, so dass das Projekt nun umgesetzt werden kann.

Dokumente

Jurybericht Teil 1 (nicht barrierefrei)
Jurybericht Teil 2 (nicht barrierefrei)
Pläne Siegerprojekt