Bericht über das Quartierpalaver zum Ozeanium

70 Besucher haben sich am Quartierpalaver, einer gemeinsamen Veranstaltung des Stadtteilsekretariats Basel-West und des Neutralen Quartiervereins Bachletten-Holbein, direkt beim Initianten und beim Gegner über das Ozeanium informiert. In einer engagierten und fairen Diskussion konnten viele Argumente positiv erörtert werden. Das Stadtteilsekretariat möchte mit solchen Veranstaltungen der Bevölkerung die Möglichkeit geben sich zu vielen Themen direkt zu informieren und ist über die hohe Besucherzahl mehr als erfreut.

Moderiert vom SRF 2 Redaktor Bernard Senn fand am 20.3.2019 im Borromäum ein «Quartierpalaver» statt. Das Thema «Ozeanium Pro und Contra» scheint in Basel-West grosses Interesse zu wecken. Vor rund 70 Personen vertrat Dr. Olivier Pagan den Zolli, der gerne ein Ozeanium für Basel bauen möchte. Dabei betonte er, dass bei der Planung die Bildung, die Sensibilisierung der Bevölkerung und die Forschung am Raum «Meer» die wichtigste Rolle gespielt hatten. Auch die städtebauliche Komponente wurde von Herrn Pagan angesprochen, so ist der oberirdische Teil des Neubaus  in der Art geplant, dass ein Durchgang vom Zoo zur Heuwaage entsteht. Der ganze Bau ist eine Bereicherung der heute nicht gerade schönen Heuwaage. Thomas Grossenbacher von Komitee gegen das Ozeanium erwiderte, dass es sehr viel besser sei Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zu sehen, als in Aquarien. Didaktisch, so führte der Grünen Grossrat Grossenbacher aus, sei es keine Bereicherung einen Fisch lebendig vor sich zu sehen, der Einfluss von Grossaquarien auf die Bildung und Sensibilisierung sei eher gering und kann auch auf anderem Weg erreicht werden. Das Grossaquarium widerspricht zudem dem Drang zur ökologischen Nachhaltigkeit in Basel und ist mit dem erklärten Ziel der Stadt zu einer 2000-Watt-Gesellschaft in keinster Weise vereinbar.  Auch architektonisch gefällt der grosse Bau nicht allen. Diskutiert wurde auch über die Finanzen. Laut Herrn Pagan wird das Ozeanium den Steuerzahler nichts kosten. Man habe ohne den Anfangshype und mit einer sehr konservativen Budgetierung gerechnet. Ausserdem kann man auf Zahlen aus dem eigenen Vivarium zurückgreifen. Dieses Vivarium wird übrigens nach dem Bau des Ozeaniums umgebaut und der Ausrichtung von Tieren aus den Ufergewässern angepasst. Es sei nicht das Ziel des Zolli das grosse Geld zu machen mit diesem Neubau, antworte der Direktor auf Grossenbachers kritische Rückfrage. Überschüsse werden in das Projekt reinvestiert. Nicht nur Herr Grossenbacher, sondern auch viele QuartierbewohnerInnen befürchten einen Mehrverkehr im Gebiet. Darauf angesprochen erklärte Herr Pagan, dass die meisten Besucher an den Tagen erwartet werden wo die umliegenden Parkhäuser meist leer stehen. Zudem ist man schon heute bemüht Besucher mit den ÖV nach Basel zu bringen, die Zusammenarbeit mit RailAway sei ein Beispiel dafür.
In der engagierten Zuschauerdiskussion kamen GegnerInnen und BefürworterInnen zur Sprache, wobei viele Fragen an Dr. Pagan gestellt wurden.