Bericht zur Veranstaltung „Vorgartenidylle oder Betonwüste?“

Am 20. März fand im Quartiertreffpunkt LoLa im Rahmen der Reihe „was bewegt unser Quartier“ eine Veranstaltung zum Thema Vorgärten statt. Wie der Moderator Herr Bächlin zu Beginn mit Fotos aufzeigt, sieht man anstelle von Bäumen, Büschen und Blumen in den Vorgärten immer mehr Beton, Platten und Steine. Wie Herr Kopf von der Stadtgärtnerei ausführt, sieht man diesen Trend nicht nur im St. Johann. Mit diesen Massnahmen verstossen die Hausbesitzer allerdings gegen geltendes Recht. Denn Vorgärten sind laut Gesetz als Garten oder Grünfläche anzulegen und vom öffentlichen Grund abzugrenzen. Bauten wie Schuppen oder Veloständer sind zulässig, wenn es keinen anderen Standort in der Nähe gibt und sie sich gut in den Garten einordnen. QuartierbewohnerInnen, die einen zubetonierten Vorgärten sehen, können beim Bau- und Gastgewerbeinspektorat eine Meldung dazu einreichen. Die Verwaltung prüft die Meldung und der Hausbesitzer muss gegebenfalls den Vorgarten auf seine Kosten wieder begrünen. Simon Martin und Silke Kretzschmar zeigten ebenfalls mit Bildern auf, dass man einen Vorgarten auch begrünen kann ohne viel Aufwand und ohne grosse Kosten. Herr Dr. Rüetschi von Pro Natura hat in seinem kurzen Statement den Wert von begrünten Vorgärten betont: Vorgärten sind zum einen sehr wichtig für das Stadtklima – gerade an Hitzetagen bieten sie etwas Kühlung! Ebenso sind sie wichtig, weil sie Sauerstoff produzieren und CO2-Abgase binden und somit für sauberere Luft beitragen. Vorgärten sind auch bedeutend für die Biodiversität, sie bieten Insekten und anderen Tieren Lebensraum.

In der Diskussion wurden Patricia von Falkenstein und Jo Dunkel gefragt, wie der Hauseigentümerverband bzw. der Hausverein seine Mitglieder über dieses Thema informiert und wie man Hausbesitzer generell besser für dieses Thema informieren und sensibilisieren kann. Der Vorgarten ist immer auch eine „Visitenkarte“ des Hauses. Auch diskutiert wurde die Frage mit Alex Dill und Patricia von Falkenstein wie solche Anliegen politisch gefördert werden könnten? Es wurde auch die Frage gestellt, wie sich Mieter bei ihrem Hausbesitzer für grünere Vorgärten einsetzen können und wo interessierte Personen günstig Beratungen erhalten können.

Alles in allem war es eine sehr informative und spannende Veranstaltungen, an der rund 20 BesucherInnen teilgenommen haben.